Abgehängte Deckensysteme
In den vergangenen 50 Jahren haben sich Aufgaben und Konstruktionsformen abgehängter Decken stark gewandelt: Stand früher der räumliche Abschluss im Mittelpunkt, sollen Decken heute sehr vielfältige Funktionen übernehmen.
Der Deckenhohlraum beispielsweise soll oftmals Schnittstelle sein, um die Räumlichkeiten mit den Versorgungsnetzen der Haustechnik zu verbinden – etwa mit der Beleuchtung, der Be- und Entlüftung, der Klimatechnik, Sprinkleranlagen oder Kabeltrassen für Strom und EDV. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn sich einzelne Deckenelemente leicht abnehmen lassen und der Hohlraum überall leicht zugänglich ist.
Der Trend geht daher in Richtung maßgeschneiderter Systemlösungen. Der jeweilige Deckenauslass erfolgt in der Regel über ausgereifte Standarddetails, abhängig von den verwendeten Verlegesystemen.
Grundsätzlich lassen sich abgehängte Decken in vier verschiedenen Bauarten (Verlegesystemen) realisieren: sichtbare, verdeckte, halbverdeckte und freigespannte Konstruktion.
Sichtbare Konstruktion
Blickt der Betrachter zur Decke, sind bei einer sichtbaren Konstruktion die tragenden Metallprofile, auf denen die Deckenelemente liegen, als Bänder sichtbar. Sie haben die Form eines umgedrehten Ts und sind über justierbare Deckenabhänger an ihrem Mittelsteg mit der Rohdecke verbunden.
Haben die Deckenelemente am Rand zusätzlich einen Höhenversprung, liegen sie nicht oberhalb des Deckenrasters, sondern schieben sich durch das Raster hindurch. Die lichte Deckenhöhe liegt somit unterhalb der T-Profilunterkante, die zusammen mit den Plattenkanten eine Schattenfuge bildet. Um eine stabile Ausführung der vertieften Kanten sicherzustellen, verhärten manche Hersteller in einem speziellen Beschichtungsverfahren die Platten in der Version VT standardmäßig.
Verdeckte Konstruktion
Bei einer verdeckten Konstruktion haben die Deckenelemente entlang des Rands sogenannte Nuten (längliche, winklige Vertiefungen). In diese lässt sich die Tragkonstruktion einschieben, die Metallträger sind dann vollständig verdeckt. Bei der klassischen Ausführung führt der Monteur jeweils ein Deckenelement bis zur Hälfte des Tragprofils. Es gibt zudem asymmetrische Ausführungen, die durch ihre verbesserte Revisionierbarkeit bestechen, sich also leichter abnehmen lassen.
Halbverdeckte Konstruktion
Die halbverdeckte Konstruktion bezeichnet man auch als Parallel-System oder Bandraster. Sie ist eine Mischform aus sichtbarer und verdeckter Konstruktion. Wie bei der verdeckten Konstruktion besitzen die Deckenelemente Nuten, in welche sich die Ausstreifungsprofile einschieben lassen. Die tragenden Bandraster bzw. T- Schienensysteme sind sichtbar.
Freigespannte Konstruktionen
Bei freigespannter Bauweise sind die Deckenelemente bis zu einer Spannweite von 2,50 m selbsttragend. Sie kommen ohne eine rasterförmige Metallunterkonstruktion aus und sind noch komfortabler zu montieren. Das System eignet sich besonders für kleinere Räume, langgestreckte Flure oder linienförmige Akzentuierungen in großen Deckenflächen.
Konstruktive Details
Deckensysteme sind durch Abhänger in ihrer exakten Höhe fixiert. Abhängig vom Gewicht kommen Befestigungen in unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz. In der Regel verwendet man Schnellabhänger, die mit einer stufenlos justierbaren Klemmarretierung eine schnelle Verarbeitung garantierten. In Deckenbereichen mit hohem Lastaufkommen empfiehlt sich dagegen der Einsatz einer Schwerlastversion, die mit einem Splint gesichert wird. In Ergänzung zu den zahlreichen Fugenvarianten innerhalb der Deckenflächen existieren auch Detaillösungen für den Wandanschluss.
Quelle: Knauf AMF GmbH & Co. KG